Geschichten über die nie fertig gestellte Kathedrale von Málaga, im Volksmund auch “Die Einarmige” genannt.

La Manquita, Verkleinerungsform von la manca = die Einarmige

La Manquita

Kathedrale Malaga

Die Einarmige Kathedrale

Die Kathedrale von Málaga ist eines der bekanntesten Renaissance-Bauwerke Andalusien, um die sich so einige, teils kontroverse, Legenden ranken. Zwei davon beziehen sich auf den Beinamen “Die Einarmige”. So wird sie genannt, weil ihr ein Turm fehlt. Doch manche kennen nicht den Grund für dieses Fehlen. Die Kathedrale der Inkarnation (Santa Iglesia Catedral Basílica de la Encarnación) von Málaga wurde von 1528 bis 1782 erbaut (wie so oft, auf den Grundmauern einer Moschee aus der Maurenzeit), wobei man sich strikt an die Ursprungspläne des Architekten Diego de Siloé  (1495 – 1563) hielt. Das Innere der Kathedrale ist im Renaissance-Stil gehalten, während die Fassade einen barocken Baustil aufweist. Das Gebäude ist in zwei Stockwerke aufgeteilt.

Der Nordturm der Kathedrale, ihr einziger, ist 87 Meter hoch und wird nur von der berühmten Giralda, dem Turm der Kathedrale von Sevilla, an Höhe übertroffen. Ursprünglich sollte auf der Südseite ein identischer Turm errichtet werden, aber dazu kam es nie.

Die Geschichte

Der Grund dafür, dass dieser Turm nicht fertig gebaut wurde, war, dass das dafür vorgesehene Geld nach Amerika geschickt wurde, um den Unabhängigkeitskrieg zu unterstützen. So beschreibt es auch eine Inschrift am Fuße des Turms. Man könnte also sagen, dass die Bürger von Málaga unwissentlich zu der Entstehung der größten Weltmacht beigetragen haben. Das ist die öffentlich vorherrschende Variante der Geschichte. Andere Quellen wissen zu berichten, dass das Geld in die Reparaturarbeiten der Straße von Antequera floss. Später wurden immer wieder Überlegungen angestellt, den Turm zu vollenden, bis man sich schließlich nach Beendigung einer Messe im Jahre 1782, dazu entschloss, ihn unvollendet zu lassen.

Die Kathedrale heute

Aber nicht nur der Turm ist unvollendet, sondern auch das Dach. Es fehlt nämlich das endgültige Dach, was dazu führt, das Wasser eindringt. Mittlerweile muss man Netze unter der Decke aufspannen, weil Teile davon abbröckeln und herunter fallen. Man muss wissen, die Spanier zahlen keine Kirchensteuer (genau so wenig wie die Kirche Steuern zahlt), und somit hat die Kirche kein Geld (also fremdes), um die Reparaturarbeiten vorzunehmen. Es hat immer nur für notwendigste Flickarbeiten gereicht, die nicht viel gebracht haben. Wenn diesbezüglich nicht bald etwas unternommen wird, hat die arme Einarmige demnächst auch noch einen ordentlichen Dachschaden.


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